Interdisziplinäres Kolloquium 2015 der FEK e.V. hat seine Wirkung nicht verfehlt

9. Juni 2015

Interdisziplinäres Kolloquium der FEK e.V. 2015 eröffnet 

Foto: Thomas Weiss

Ein bißchen glamoureuses Top-down-Weltregieren im südbayerischen Elmau

oder

Handfestes europäisches Bottom-up-Miteinander im oberfränkischen Neudrossenfeld

Ein gewagter Vergleich. Doch vom 5. bis 7. Juni 2015, war es – zum siebten mal – wieder soweit:

EUROPATAG UND EUROPAFEST IM FRÄNKISCHEN NEUDROSSENFELD

Prof. DDr. habil. Krzystof Miszcak

Prof. DDr. habil. Krzystof Miszcak

S.k.k.H. Dr. Otto von Habsburg

S.k.k.H. Dr. Otto von Habsburg

Dr. Hans-Dietrich Genscher

Dr. Hans-Dietrich Genscher

Dr. Ingo Friedrich

Dr. Ingo Friedrich

Dr. Günther Beckstein

Dr. Günther Beckstein

Dr. Franz Fischler

Dr. Franz Fischler

Mag. Karel Borůvka

Mag. Karel Borůvka


Dr. Jaques Santer

Dr. Jaques Santer

Gyula Horn

Gyula Horn

Prof. Dr. Zoran Jašić

Prof. Dr. Zoran Jašić

Prof. Dr. Vytautas Landsbergis

Prof. Dr. Vytautas Landsbergis

Dr. Lazăr Comănescu

Dr. Lazăr Comănescu

Mag.-Ing. Ivan Mikloš

Mag.-Ing. Ivan Mikloš

Gerhard Danzl, Ltd. PD a.D.

Gerhard Danzl, Ltd. PD a.D.




Auf bewährte Initiative der gemeinnützigen Fördergesellschaft für Europäische Kommunikation (FEK e.V.) sind diesmal zwei voneinander geographisch weit entfernte europäische Regionen, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien und die autonome spanische Provinz Andalusien in der Mitte Oberfrankens, also im Herzen Europas, zusammengetroffen, damit wir sie und sie sich besser kennenlernen.

Eine Begegnung in landschaftlich reizvoller Umgebung, bevölkerungsnah und ohne Sicherheitsproblem, mithin – seien wir ehrlich – europafreundlicher und heimatverbundener als das zeitgleiche «G 8 minus1»-Gipfeltreffen auf Schloß Elmau.

Motto der «Neudrossenfelder Europatage» war das «Europa der Regionen zwischen Vision und Wirklichkeit». Wer denkt da nicht gleich an etwas angejährte, einschläfernde Theorien überzeugter Föderalisten zur Eindämmung und Überwindung des Nationalstaates, um so den Nationalismus, die vermutete Hauptursache der letzten zwei Weltkriege (und etwaiger künftiger globaler Konflikte gleichen Ausmaßes) ein für allemal aus unseren Herzen zu vertreiben.

Die Konfrontation der Argumente im Schloß Neudrossenfeld war an diesen herrlichen Sommertagen hingegen viel spontaner und anregender als es der Erörterungsgegenstand der Tagung und das zur Muße einladende, sonnig-warme Juniwetter hätten vermuten lassen. Solide und gleichzeitig Neugier weckend war überdies auch der Titel des neuen und blendend gestalteten FEK-Magazins «Auf dem Weg nach Europa» das in mühevoller und aufopfernder Arbeit der Kollegiumsmitglieder Gerd und PD Dr. Wolfgang Otto mit sehr lesenswerten Beiträgen über politische Kernthemen der vergangenen zwölf Monate entstanden ist. Im Nu waren die Stapel der bereitgehaltenen Exemplare vergriffen.

Nur zu selten erlebt man Europa so erfrischend, wie auch in diesem Jahr wieder in Neudrossenfeld. Dieses oberfränkische Kleinod am Rotmain mit seinem neuerwachten Bräuwerck und angeschlossenen dörflichen Promenaden und Verweilplätzen ist ganz offensichtlich ein Ort ohne jeden Brüsselverdruß.

„Nicht jammern, sondern anpacken!“ „Was soll am Lissabon-Vertrag neu verhandelt werden, wenn er erst schlecht geredet wird?“ „Vielmehr sollte er Lehrgegenstand an den Schulen sein“, sag ich. Dazu Weißwürste und herrliches Bier.

Man sollte die Begriffe klären: Europa ist nicht die EU, und die EU ist noch nicht Europa. Die Fragen wurden nicht akademisch vertieft, doch es gab ein vom Moderator gut geführtes Gesprächsforum, mitreißende Ansprachen, eine Festrede mit bedenkenswerten Überlegungen zum Terminus «Heimat» als Ausdruck des menschlichen Bedürfnisses nach Zugehörigkeit, mit grenzüberschreitender Regionalarbeit wie etwa im kulturellen und wirtschaftlichen Interessenverbund der Nürnberger Metropolregion – Kommen, Staunen, Bleiben. Vielleicht hier der Schlüssel zu Europa?!

Von dem durch die französische Revolution eingeführten edlen und nach wie vor europaweit gültigen Dreiklang «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» scheinen die Bedürfnisse in Europa über «Einigkeit und Recht und Freiheit» im merkelschen Sinne zu etwas mehr «Frieden, Stabilität und Sicherung des Wohlstandes» zu gehen. Alles sehr wünschenswert und vertretbar; die Zukunft ist aber auch die angemessene Lösung für das Problem der Verantwortung Europas – etwa bei den Fluchtbewegungen – und seiner Stellung in unserer globalen Welt.

Hochkarätige Teilnehmer mit verblüffend guten Detailkenntnissen über das real existierende Europa, seine Schwächen, seine Chancen und die letzthin unumgängliche Notwendigkeit einer gelingenden eu­ro­päi­schen Integration in den sich so rasch verschiebenden geostrategischen Kraftfeldern einer weltweiten Mul­ti­po­la­rität, auf die wir uns mit der schwindenden Einzel- und Vormachtstellung Nordamerikas zwangsläufig zubewegen.

Gesprächsrunde mit Dr. Ingo Friedrich, S. E. Sašo Markovski, Mag. Dr. jur. Rudolf Graf von Logothetti, Fátima Blanco Villaverde, PhDr. Vicente Rodriguez, Prof. Dr. Zoran Jašić, Dr. Gerhard Krüger, I. E. Adriana Stanescu, Bernd Dieter Rill. Moderation: Gerd Otto

Gesprächsrunde mit Dr. Ingo Friedrich, S. E. Sašo Markovski, Mag. Dr. jur. Rudolf Graf von Logothetti, Fátima Blanco Villaverde, PhDr. Vicente Rodriguez, Prof. Dr. Zoran Jašić, Konsul Dr. Gerhard Krüger, PhDr. Jitka Pan­tůčková, Bernd Dieter Rill. Moderation: Gerd Otto

Foto: Thomas Weiss




Chapeau, denn solch exzellente Teilnehmer am Gesprächsforum, wie zum Beispiel S. D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein – Präsident der FEK e. V., österreichischer Vizekanzler a. D. Dr. Erhard Busek, PhDr. Vicente Rodriguez, I. E. Adriana Stanescu – Botschafterin der Republik Rumänien, Fátima Blanco Villaverde – Tourismusexpertin aus Málaga, Bernd Dieter Rill – vormals Hans Seidel Stiftung, S. E. Sašo Mar­kovski – Botschafter Mazedoniens in Berlin, Mag. Dr. jur. Rudolf Graf von Logothetti – M.A.I.A.(SAIS)-Bun­des­ministerium für Landesverteidigung, Direktion für Sicherheitspolitik ret., Wien; Direktor des Zen­trums für europäische und Internationale Studien der Akademie Schloß Triebenbach, PhDr. Jitka Pan­tůčková, Dr. Gerhard Krüger – Honorarkonsul Mazedoniens in Bayern sowie Botschafter a. D. Kroatiens Professor Dr. Zoran Jašić, Dr. Ingo Friedrich – Präsident des Europäischen Wirtschaftssenats und Jochen Kubosch – Leiter des Informationsbüros des EU-Parlamentes muß man heutzutage lange suchen.

Die beiden diesjährigen Laureaten: Konsul Michael Wittmann, Luxemburg und der österreichische Vizekanzler a.D. Erhard Busek

Die Laureatenahnengalerie (Bilder links und rechts) bekam in diesem Jahr zwei neue Gesichter: Links der österreichische Vizekanzler a.D. Erhard Busek und Konsul Michael Wittmann aus Luxemburg (re.)

Foto: Michael Matejka





Man konnte in Neudrossenfeld, im Schloß, im Hof und auf der Wiese sowie im herrlich angelegten „Skulpturgarten“ mit den im Stein gemeißelten Köpfen der früheren sowie den neuen FEK-Laureaten und Träger der Europamedaille Kaiser Karl IV. und des Freiheitsrings, Honorarkonsul Moldawiens in Luxemburg Michael Wittmann und Dr. Erhard Busek, hautnah erleben und begreifen, daß Europa ein Thema ist, das uns alle bewegt. Insofern sind wir alle doch schon längst Europäer. Nur so richtig begreifen wollen wir es noch nicht.

Die EU geht in die Luft: Ballon steigen lassen auf dem Marktplatz

Die EU geht in die Luft: Ballon steigen lassen auf dem Marktplatz

Eingerahmte Laureaten: (v.re.n.li.) S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, Präsident der FEK e.V., Senator h.c. Peter Verbata M.A., geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der FEK e.V., Klaus Peter Söllner, Landrat Kulmbach, Regierungsvizepräsidentin von Oberfranken Petra Platzgummer-Martin, Stephan Klenner-Otto, Künstler, Erster Bürgermeister der Gastgebergemeinde Neudrossenfeld Harald Hübner

Eingerahmte Laureaten

Fotos: Michael Matejka





Mazedonien, die ehemalige jugoslawische Republik, kann nicht verstehen, warum man es so lange vor den Toren der Union zappeln läßt, wo es doch die gestellten Bedingungen schon seit langem erfüllt zu haben meint. Abkehr von Europa daher nicht ausgeschlossen. Viele Teilnehmer fühlten sich beschämt und hätten, läge es an Neudrossenfeld, bis heute schon gerne anders entschieden.

Nationalismus als Quelle der Harmonie

Ein völlig ungewohnter Gedanke, doch hier gelingt auf einmal der Brückenschlag bis zur zweiten Gastregion der «Neudrossenfelder Europatage», nämlich bis in das farbenfrohe autonome Andalusien im Süden des spanischen Königreiches.

Eine Delikatesse Andalusiens: Jamón Ibérico – Luftgetrockneter Schinken vom dunklen iberischen Schwein Nicht nur die Sonne heizte die Stimmung an, auch die hervorragende Darbietung der Flamenco-Gruppe aus Andalusien Flamenco


Als weiteres Bindeglied bei diesem Brückenschlag erwies sich die Lebendigkeit des jeweiligen kulturellen Erbes.

Am 5., 6. und 7. Juni 2015 strahlt ein südlicher Himmel über die Europagemeinde Neudrossenfeld. Musik und Tanz, Trachten, Chöre, Bläser sowie feuriger Flamenco vom Besten. Biertische soweit das Auge reicht in den anliegenden Plätzen und Gassen um das wiedererstandene historische Bräuwerck herum, aber auch köstliche regionale Speisen an fahnengeschmückten Ständen krönten das Fest im geselligen Neudrossenfelder Biergarten der gastgebenden Region Oberfranken im Herzen der Europäischen Union.

Ob klein oder groß Bomben“stimmung makedonisch Jeder fand viel Spaß


Elmau war ganz grün vor Neid. Die Hubschrauber mit den illustren Weltherrschern sind abgeflogen, die Schutzzäune werden abgerissen, die 23.000 Sicherheitskräfte ziehen mit ihren von gewalttätigen Demonstranten Verletzten ab und in die Luft von Neudrossenfeld stiegen, wie zur Freude, zahllose blaue, europäische Luftballons.



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Von unserem Kollegiumsmitglied Rainer Dumont du Voitel






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